Meine Pubertät

Als ich dem Welpenalter entwachsen war, begann eine Zeit in der ich Düfte in der Luft wahrnahm, die ich vorher noch nie gerochen habe. Ich merkte, es gab Hunde, und die unterteilten sich nochmal in Rüden und Hündinnen. Der Duft den ich plötzlich wahrnahm, war der von den Hündinnen. Zu der Zeit konnte ich auch auf drei Beinen stehen, beim Pinkeln. Na das war vielleicht was, erst stand ich noch recht kippelig und musste immer noch mein viertes Bein zum Abstützen dazunehmen, aber es wurde immer besser. Nun, begann sich meine Welt um Hündinnnen, und wie man nah genug an sie rankam und was man mit ihnen anstellen konnte, zu drehen. Ach ja, und dann gab es ja noch die anderen Rüden, alles potentielle Konkurrenten ! Die musste man austricksen, damit sie einem nicht die hübschesten Hündinnen wegschnappten. Na und dann gab  es ja auch noch Frauchen, ich muss ehrlich gestehen, an die dachte ich kaum noch - denn es lag immer und es war wirklich immer ein unbeschreiblicher Duft in der Luft. Ich sag euch männlichen Zweibeinern, wenn ihr das riechen könntet, ihr könnte nie mehr einen klaren Gedanken fassen. Bloß gut, das eure Riechzellen nicht so gut funktionieren, wie die der Hunde.

Frauchen eselte sich also mit mir ab. Ich hörte ihr nicht zu, weil meine Gedanken ganz woanders waren, sie war unheimlich geduldig - meistens. Wenn ich ein z. B. ein Sitz überhörte, was ich recht oft tat, begann sie wieder mit mir - wie im Kindergarten - ein Leckerchen über den Kopf zu halten, dem Leckerchen folgte dann mein Kopf nach oben ( denn Fressen konnte ich fast immer), und als mein Kopf nach oben ging, ging automatisch mein Popo auf die Erde. Ich saß - Frauchen freute sich und lobte mich. Sie wusste ja, dass ich die Signale, die wir gelernt hatten eigentlich ausführen konnte - aber sie verstand auch - das im Moment in meinem Kopf fast sämtliche Gehirnwindungen ausgeschaltet waren und meine Gedanken sich nur noch um den Geruch und die Hündinnen und wie man sie erobern könnte, drehten.

Die Pubertät geht auch vorbei - so dachte mein Frauchen - und es war auch so. Ich muss ehrlich zugeben, es waren nicht immer nur die Hündinnen, warum ich manchmal nicht auf Frauchen hörte - so einige Male wollte ich auch nur austesten - wie weit ich gehen konnte, ohne das sie vor Wut platzt. Sie ist nicht geplatzt und so haben wir beide eine tolle Beziehung.